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    Fallstudie · Madrid

    Zum AVE gelangen, ohne in Puerta de Atocha um Hilfe zu bitten.

    Im Juli 2019 brachte Adif NaviLens im Bahnhof Madrid-Puerta de Atocha an: aus mehreren Metern erkennbare Codes leiten blinde und sehbehinderte Reisende vom Straßeneingang bis zum Wagen — mit Sprachausgabe am Smartphone.

    Boardingbereich von Madrid-Puerta de Atocha: Eine Reisende scannt mit ihrem Handy den NaviLens-Code über dem Zugang zu Gleis 12; die App bestätigt das Boarding für ihren Zug.

    Madrid · Puerta de Atocha

    Adif-Bahnhof für AVE, Fern- und Cercanías-Verkehr

    Juli 2019

    Erster NaviLens-Einsatz in einem AVE-Bahnhof von Adif

    Komplette Wegekette

    Eingang, Foyer, Boardingbereich und Gleise

    Ohne fremde Hilfe

    Das Handy führt blinde Reisende zum Zug

    Kunde

    Adif Bahnhof Madrid-Puerta de Atocha

    Adif (spanischer Schieneninfrastrukturbetreiber) startete am 7. Juli 2019 im Rahmen seines Masterplans zur digitalen Transformation der Reisendenbahnhöfe ein Pilotprojekt im Bahnhof Madrid-Puerta de Atocha, um die Zugänglichkeit für sehbehinderte Menschen zu verbessern.

    Damit wird Atocha zum ersten großen AVE-Knoten mit NaviLens-Beschilderung — einer in Spanien von der Universität Alicante zusammen mit Neosistec entwickelten und mehrfach international ausgezeichneten Technologie.

    Der Einsatz deckt die gesamte Wegekette ab — Außeneingänge, Foyer, beide Boardingbereiche, Zugänge zu jedem Gleis sowie Geschäfte — und wurde mitten im Sommerbetrieb in Betrieb genommen, um das System unter Volllast zu prüfen.

    § Die Herausforderung

    Damit jede Person allein vom Straßeneingang bis zum Zugwagen gelangt.

    1. 01

      Einer der komplexesten Bahnhöfe Spaniens

      Puerta de Atocha bewegt jährlich Millionen Reisende zwischen AVE, Fern- und Cercanías-Verkehr. Foyer, Boardinghalle, Sicherheitskontrollen, Bahnsteige sowie Verbindungen zum Umsteigeknoten und zur Metro: Für blinde oder sehbehinderte Menschen war es nahezu unmöglich, diesen Weg ohne Hilfe bis zu einem bestimmten Gleis zurückzulegen.

    2. 02

      Knapp getaktet, Türen schließen

      Der AVE wartet nicht. Die Boardinghalle schließt einige Minuten vor Abfahrt — wer das richtige Tor nicht rechtzeitig findet, verpasst den Zug. Barrierefreiheit musste in Bewegung funktionieren, ohne anzuhalten, Tafeln zu lesen oder im Berufsverkehr Personal zu fragen.

    3. 03

      Bei jeder Abfahrt ändert sich die Information

      Gleisnummer, Boardinghalle und Sektor werden erst kurz vor jeder Abfahrt zugewiesen. Barrierefreie Beschilderung durfte nicht statisch sein: Sie musste die Reisenden in Echtzeit mit den Daten ihres konkreten Zugs verbinden.

    Über-die-Schulter-Blick auf einen Reisenden mit Handy und der NaviLens-GO-App in der Boardinghalle von Atocha; über dem Zugang zur Kontrolle weist ein weiß umrahmter NaviLens-Code auf „Zugang Boardinghalle“ hin; rechts kündigt eine grüne Tafel den AVE nach Málaga María Zambrano über Gleis 5, Sektor A an.

    § Die Lösung

    Ein Code pro Etappe: Eingang, Boarding und Gleis.

    Adif brachte NaviLens-Codes an jeder wichtigen Etappe der Reise an: Außentüren, Foyerboden (in den taktilen Streifen integriert), Boardinghallen-Zugänge, Säulen und Schilder jedes Gleises.

    Jeder Code wird mit der kostenlosen NaviLens-GO-App aus mehreren Metern erkannt — ohne Zielen — und liefert eine kontextbezogene Sprachausgabe: Standort, was sich davor befindet, wie es weitergeht und an den Gleisen die Zuginformationen.

    Die Beschilderung koexistiert mit den taktilen Bodenstreifen und den bestehenden Tafeln: NaviLens fügt eine barrierefreie Ebene hinzu, ohne Platz zu beanspruchen, den andere Reisende bereits nutzen.

    § Komplette Wegekette

    Vom Foyer zum Gleis 12 mit einer einzigen Geste.

    Foyer von Atocha neben dem SEAT-Tarraco-Display: Ein Reisender mit gelbem Koffer und Kopfhörern nähert sich einem quadratischen, farbigen NaviLens-Code, der in einen taktilen Bodenstreifen eingelassen ist, und nutzt die App am Handy.
    Nutzer mit weißem Stock und gelbem Koffer steht auf dem taktilen Streifen neben einem NaviLens-Code im Boden von Atocha; im Hintergrund Rolltreppen, Reisende und Renfe-Personal an der Zugangskontrolle.
    Eine runde Säule im Foyer von Atocha trägt auf Augenhöhe einen quadratischen NaviLens-Code mit den Logos „Adif“ und „NaviLens“; im Vordergrund prüft ein Reisender die Zuginformation auf dem grünen Bildschirm der NaviLens-GO-App.
    Zugang zur Boardinghalle von Gleis 5 in Atocha mit NaviLens-Code über dem Sturz und Digitaltafel für den AVE nach Málaga María Zambrano, Sektor A; ein Nutzer mit Kopfhörern hört die NaviLens-Ansage am Handy.
    Eine Reisende richtet ihr Handy auf einen NaviLens-Code über dem Schild von Gleis 12 in Atocha; auf dem Display sind das NaviLens-Logo und eine grüne Nachricht mit den Boardinginfos zu sehen.
    Stationsgang mit roter Wand und dunklem Boden: Zwei in taktile Streifen eingelassene NaviLens-Codes markieren den Weg zur Treppe; ein junger Nutzer mit weißem Stock prüft die NaviLens-GO-App am Handy.
    Ein Renfe-Sprecher bedient die Presse vor einem Plakat „Wozu die Farbetiketten dienen“ mit einem großen NaviLens-Code, während der Vorstellung des Pilotprojekts in Atocha; im Vordergrund ein Mikrofon mit Renfe-Logo.
    Zugang zu Gleis 13 in Atocha: Über dem Sturz der Automatiktüren ein quadratischer, farbiger NaviLens-Code mit den Logos „Adif“ und „NaviLens GO“; daneben ein dunkles Schild mit einer großen 13.
    Aufnahme von oben des Foyerbodens in Atocha zur Hauptverkehrszeit: ein weiß umrahmter NaviLens-Code ist in einen taktilen Knopfstreifen eingelassen, daneben gelbe Beschilderung; im Hintergrund Reisende mit Koffern.

    Die Codes sind in passender Höhe und an vorhersehbaren Stellen platziert — Türsturz, Foyersäule, Schild jedes Gleises — sodass die Nutzenden sie mit einer Handy-Bewegung finden, ohne exakt zielen zu müssen.

    § Zwei Apps, ein Code

    Für blinde Menschen und für alle Reisenden.

    App NaviLens

    Blinde und sehbehinderte Menschen

    Mit leichten Handy-Bewegungen erfasst die App die Codes ohne Zielen und liefert eine selbstbeschreibende Sprachausgabe: Standort, Umgebung, nahe Dienste und Geschäfte sowie der Weg zum richtigen Zugang, zur Boardinghalle oder zum Gleis. Die Information erfolgt in der am Gerät eingestellten Sprache und beseitigt so auch die Sprachbarriere.

    App NaviLens GO

    Allgemeine Öffentlichkeit

    Für die übrigen Reisenden liest die GO-Version dieselben Marker und liefert Zuginfos, Gleis, Fahrpläne, Dienste und Angebote in der Nähe. Außerdem ist eine Augmented-Reality-Führung integriert: Pfeile auf dem Handybildschirm zeigen die Richtung innerhalb des Bahnhofs an.

    Beide Apps sind kostenlos, für Android und iOS verfügbar und nutzen dieselbe Beschilderung: Jedes Schild dient sowohl einem blinden Reisenden, der eine Sprachausgabe benötigt, als auch einem allgemeinen Reisenden, der sein Gleis oder seinen Fahrplan prüfen will.

    § Validierung

    Mit der ONCE im Praxiseinsatz erprobt.

    In der vorausgegangenen Proof-of-Concept-Phase besuchten die Abteilung für Information und Zugänglichkeit der ONCE und Techniker des Zentrums für Tiflotechnik und Forschung (CTI) Atocha und führten reale Tests mit blinden Menschen durch, um Schwachstellen zu erkennen und Verbesserungen vorzuschlagen.

    Aus diesen Tests gingen zwei zentrale Empfehlungen hervor, die Adif übernahm: Codes an den Kreuzungen der taktilen Bodenstreifen integrieren — damit der Stock die Person bis dorthin führt, wo das Handy die Information liest — und vertikale Schilder an Boardingtoren, Geschäften, Aufzügen und Toiletten anbringen, mit Informationen zum jeweiligen Gleis, den Etagen eines Aufzugs oder den Angeboten des Geschäfts.

    Es ist das erste Mal, dass diese Technologie sehbehinderte Menschen genau an den Kreuzungen der taktilen Wegführung leitet und je nach Anflugrichtung unterschiedliche Informationen liefert — ohne zusätzliche elektronische Geräte zu installieren.

    § Warum es zählt

    Der erste AVE-Bahnhof, der serienmäßig barrierefrei ist.

    Autonomie

    Blinde Reisende sind nicht mehr auf Personal oder Begleitung angewiesen, um ihr Boardingtor zu erreichen: Das Handy führt sie bis zum Zugwagen.

    Echtzeit

    Gleis-, Hallen- und Sektorinfo erscheinen sofort am Handy in der Sprache der Nutzenden — kein verpasster AVE durch Bahnsteigverwechslung.

    Modell

    Atocha diente als Vorlage, um NaviLens auf weitere Adif-Bahnhöfe und auf den Dienst Cercanías Madrid auszudehnen.

    § Und Ihr Netz?

    Auch Ihre nächste Station kann sprechen.

    Erzählen Sie uns von Ihrem Netz, den kritischen Punkten und den KPIs, die Sie verbessern möchten. Wir zeigen Ihnen, wie NaviLens passen würde —mit vergleichbaren Fällen.