GS1 Sunrise 2027 und barrierefreie vernetzte Verpackungen: Erkenntnisse von der Esko World 2026
Mit dem Wechsel zu 2D-Barcodes stellt GS1 Sunrise 2027 neu die Frage, was eine Verpackung verbinden kann. Erkenntnisse der Esko World 2026, warum Barrierefreiheit von Anfang an in den Zugangspunkt gehört und nicht erst am Ende ergänzt wird.

Vernetzte Verpackungen können Marken, Handel, Lieferketten und Verbraucher unterstützen – aber nur, wenn jeder Mensch den digitalen Zugang selbstständig finden und nutzen kann.
Auf der Esko World 2026 in New Orleans diskutierte NaviLens mit Fachleuten des Verpackungsökosystems, wie der Übergang zu 2D-Barcodes die Beziehung zwischen physischen Produkten, Daten und Verbrauchern verändert.
Lorenzo Campos, CEO von NaviLens, nahm am 4. Juni am Executive-Track-Panel „The Pack as a Platform: Unlocking Sales Uplift Through Connected Packaging“ teil. Vertreten waren außerdem Esko, GS1 US, io.tt, Scantrust, Zappar und Amazon Transparency.
Im Mittelpunkt standen GS1 Sunrise 2027, Serialisierung, dynamisches Code-Management und ein Code für Verbraucher, Handel, Marken, Prüfer und Lieferkettenpartner. Wenn Verpackungen zur digitalen Plattform werden, muss die Branche aber auch fragen, ob jeder Verbraucher diesen Code selbstständig finden und nutzen kann.
Was GS1 Sunrise 2027 verändert
GS1 Sunrise 2027 ist ein wichtiger Meilenstein beim Übergang des Handels zu zweidimensionalen Barcodes. Bis Ende 2027 sollen Kassensysteme definierte 2D-Barcodes nach GS1 Standards verarbeiten können. Das bedeutet nicht, dass lineare Barcodes sofort vollständig verschwinden; verschiedene Datenträger können während der Umstellung nebeneinander bestehen.
GS1 2D-Barcodes können Identifikatoren mit Chargen, Seriennummern, Verfallsdaten, Rückverfolgbarkeit, Authentifizierung, Anleitungen, Zutaten, Allergenen, Recycling und digitalen Erlebnissen verbinden. Ein QR-Code mit GS1 Digital Link URI kann außerdem auf von der Marke gepflegte Online-Ressourcen verweisen. Mehr Informationen hinter einem Code sind jedoch nicht automatisch barrierefrei.
Ein Code, mehrere Geschäftsergebnisse
Der Handel benötigt vielleicht die Kennung an der Kasse, die Lieferkette Rückverfolgbarkeit, die Marke Support oder Authentifizierung und der Verbraucher Zutaten oder Anleitungen. Verpackungen werden daher zunehmend als Datenplattform statt als statischer Behälter verstanden.
Ein Code ist nicht gleichbedeutend mit einer identischen Erfahrung für alle. Menschen benötigen unterschiedliche Schnittstellen und Interaktionsformen. Für blinde und sehbehinderte Menschen kann die größte Hürde bereits vor dem Öffnen digitaler Inhalte entstehen.
Barrierefreie vernetzte Verpackungen von Anfang an
Vernetzte Verpackungen entfalten ihren vollen Wert erst, wenn jeder den digitalen Zugang selbstständig nutzen kann. Für blinde und sehbehinderte Menschen beginnt Barrierefreiheit vor dem Scan: Zuerst müssen sie das Produkt und seinen Zugang finden.
NaviLens Accessible QR überträgt die Fern-Erkennungstechnologie von NaviLens auf Standard-QR- und GS1-Digital-Link-Codes. Inhalte lassen sich ohne präzises Zielen, Einrahmen oder Fokussieren finden, während der ursprüngliche QR-Code und seine Funktionen erhalten bleiben.
Barrierefreiheit am selben Touchpoint kann inklusive Erlebnisse sowie Compliance-, Rückverfolgbarkeits- und Engagement-Ziele unterstützen. So wird sie von Beginn an Teil der Sunrise-2027-Strategie.
"Sunrise 2027 ist eine einmalige Chance, vernetzte Verpackungen vom ersten Tag an für alle nutzbar zu machen. Echte Barrierefreiheit bedeutet nicht nur, Informationen bereitzustellen, sondern jedem Verbraucher zu ermöglichen, Produkte selbstständig zu entdecken, zu identifizieren und auf sie zuzugreifen. Durch die Einbettung in dieselbe digitale Infrastruktur wie GS1 Digital Link können Marken Inklusion zum Standard statt zum nachträglichen Zusatz machen."
Barrierefreiheit beginnt vor dem Scan
Ein herkömmlicher QR-Code setzt voraus, dass man ihn sieht, die Kamera ausrichtet, den Code einrahmt und fokussiert. Für blinde oder sehbehinderte Menschen können genau diese Schritte die größte Barriere sein.
Die Reise umfasst zwei Phasen: Erstens Zugang und Produkt entdecken und identifizieren; zweitens die verknüpften Informationen über eine barrierefreie digitale Oberfläche öffnen, navigieren und verstehen.
Eine Website kann Anforderungen erfüllen und praktisch unerreichbar bleiben, wenn der Code dorthin nicht selbstständig gefunden wird. Entscheidend ist die gesamte Reise vom physischen Produkt bis zum digitalen Ziel.
NaviLens Accessible QR in einer Connected-Packaging-Strategie
NaviLens Accessible QR erhält den konventionellen QR-Code und ergänzt eine kontrastreiche visuelle Ebene, die seine Erkennung durch NaviLens Apps erleichtert. Der bestehende QR-Prozess bleibt bestehen, während blinde und sehbehinderte Menschen den Zugang leichter finden können.
Bei QR-Codes mit GS1 Digital Link kann Barrierefreiheit in dieselbe Strategie für Identifikation, Rückverfolgbarkeit, Information und Engagement eingebunden werden. Daraus folgt weder eine offizielle GS1-Empfehlung für NaviLens noch eine automatische Garantie regulatorischer Konformität.
Der Code ist nur ein Teil der Umsetzung
Marken müssen außerdem mehrere Aspekte der Verpackung und ihres digitalen Ziels prüfen:
- Platzierung, Größe und Kontrast des Codes auf der Verpackung
- Druckqualität
- Barrierefreie digitale Inhalte, kompatibel mit Screenreadern
- Textvergrößerung und ausreichender Kontrast
- Datenverantwortung und -pflege
- Tests mit blinden und sehbehinderten Nutzern
NaviLens Accessible QR ist besonders relevant, wenn eine QR-basierte Reise besteht oder geplant ist; es ersetzt nicht universell jede Barrierefreiheitslösung. Die ursprüngliche NaviLens Technologie bietet weitergehende Fern-Erkennung, kontextbezogene Identifikation, Richtungsinformationen und Wayfinding in Verkehr, Gebäuden, öffentlichen Räumen und Tourismus.
Weitere Informationen bieten unser Leitfaden zu barrierefreien QR-Codes und unsere Lösungen für barrierefreie Verpackungen.
Fünf Fragen zur Barrierefreiheit für die Sunrise-2027-Roadmap
Diese fünf Fragen helfen zu prüfen, ob vernetzte Verpackungen wirklich für alle Menschen funktionieren – über die Druckvorlage hinaus:
1. Funktioniert der Code im gesamten Ökosystem?
Er muss auf der final gedruckten Verpackung, an der Kasse und in relevanten Lieferkettenprozessen funktionieren. Nur die digitale Druckvorlage zu testen reicht nicht.
2. Sind die Informationen strukturiert und gepflegt?
Marken müssen festlegen, wo Daten liegen, wer sie verantwortet und freigibt und wie sie aktualisiert werden.
3. Können Verbraucher den Zugang entdecken?
Ein vorhandener QR-Code ist keine Garantie, dass jeder ihn findet. Platzierung, Größe, Kontrast und Erkennungsmethode gehören zur Erfahrung.
4. Ist das digitale Ziel barrierefrei?
Website oder Dienst sollten Screenreader, Textvergrößerung, ausreichenden Kontrast, logische Überschriften, Tastatur und klare Sprache unterstützen.
5. Wurde die vollständige Reise getestet?
Tests mit realen Nutzern müssen die physische Verpackung vom Entdecken des Produkts bis zum selbstständigen Abschluss der Aufgabe einschließen.
Erkenntnisse von der Esko World 2026
Die Esko World zeigte: Die Zukunft der Verpackung beruht auf vernetzten Ökosystemen statt isolierten Technologien. Design, Artwork, Produktdaten, Druck, Rückverfolgbarkeit, Handel und Verbrauchererlebnis müssen zusammenspielen.
Barrierefreiheit gehört in denselben Prozess. Wird sie in Briefing, Datenarchitektur und Design berücksichtigt, kann sie gemeinsam mit Druckqualität, Marke, Rückverfolgbarkeit und Kassentauglichkeit geprüft werden. Am Ende ergänzt, droht sie auf eine barrierefreie Website reduziert zu werden, die manche Menschen weiterhin nicht finden.
Inklusion als Teil der Infrastruktur
GS1 Sunrise 2027 ist kein Barrierefreiheitsstandard. Es ist aber der Zeitpunkt, an dem Marken, Händler und Anbieter Codes, Daten, Artwork und digitale Erlebnisse neu denken – eine Gelegenheit, nicht nur nach den verknüpften Informationen, sondern nach den Menschen zu fragen, die sie finden und nutzen können.
Erfolg sollte auch an der ermöglichten Selbstständigkeit gemessen werden. Barrierefreiheit in der Infrastruktur für GS1 Digital Link, Rückverfolgbarkeit und Engagement kann dazu beitragen, die nächste Verpackungsgeneration intelligenter, vernetzter und für mehr Menschen nutzbar zu machen.
Häufig gestellte Fragen
- Was ist GS1 Sunrise 2027?
- Ein Branchenmeilenstein, der Kassensysteme bis Ende 2027 auf definierte 2D-Barcodes nach GS1 Standards und reichhaltigere Produktdaten vorbereiten soll.
- Macht GS1 Sunrise 2027 Verpackungen automatisch barrierefrei?
- Nein. Verbraucher müssen den Code auch selbstständig finden und scannen sowie ein barrierefreies digitales Ziel nutzen können.
- Kann NaviLens Accessible QR mit GS1 Digital Link verwendet werden?
- Es kann einen neuen oder bestehenden QR-Code mit GS1 Digital Link URI um eine Ebene zur leichteren Lokalisierung ergänzen und den ursprünglichen QR-Prozess erhalten. Die Umsetzung ist für Verpackung, Druck, Daten und Nutzerbedürfnisse zu prüfen.
- Ist NaviLens Accessible QR dasselbe wie die ursprüngliche NaviLens Technologie?
- Nein. NaviLens Accessible QR erleichtert das Finden eines QR-Zugangs. Die ursprüngliche NaviLens Technologie bietet umfassendere kontextbezogene Identifikation, Richtungsinformation und Wayfinding.
- Warum beginnt Barrierefreiheit vor dem Scan?
- Weil digitale Inhalte keine selbstständige Erfahrung ermöglichen, wenn der physische Zugang dorthin nicht gefunden werden kann.