Fallstudie · Zoom Arts Gallery · St Leonards-on-Sea (UK)
Eine Galerie in einem Bahnhof, in dem das Sehen laut erzählt wird.
Im Bahnhof Warrior Square in St Leonards-on-Sea eröffnete das Kollektiv Zoom Arts die Ausstellung Over Sight: eine Schau über Sehen und Blindheit, in der jedes Stück – Malerei, Textil, Treibholz, Keramik – einen NaviLens-Code trägt und über ein taktiles Führungsseil an der Wand mit dem nächsten verbunden ist.

Warrior Sq.
Bahnhof St Leonards Warrior Square (East Sussex, UK)
Over Sight
Ausstellung über Sehen und Blindheit, zugänglich mit NaviLens
Führungsseil
Taktiles Seil, das jedes Code-Schild an der Wand verbindet
Hastings
Künstlerkollektiv Zoom Arts (1066 / Hastings & St Leonards)
Kunde
Zoom Arts Gallery
Warrior Square Station · St Leonards-on-Sea · UK
Zoom Arts ist ein Künstlerkollektiv aus Hastings und St Leonards-on-Sea (East Sussex, Vereinigtes Königreich), das rotierend in seiner kleinen, community-geführten Galerie im alten Gebäude des Bahnhofs Warrior Square ausstellt. Sie arbeiten mit Malerei, Fotografie, Glas, Skulptur, Textil und Mischtechnik – und öffnen ihre Türen einem Publikum, das oft einfach hereinkommt, weil es zum Zug ging.
Für Over Sight – gewidmet dem Sehen, der fehlenden Sicht und den anderen Sinnen – entschied das Kollektiv, dass Barrierefreiheit kein Zusatz sein konnte. Sie kombinierten NaviLens-Codes neben jedem Werk mit einem taktilen Führungsseil, das die Wand von Raum zu Raum durchzieht, und luden Nutzerinnen und Nutzer mit Blindenstock ein, durchzulaufen und die Werke zu berühren.

§ Die Lösung
Seil an der Wand, Code neben dem Werk, Stimme im Ohr.
Ein dünnes Hanfseil läuft an allen Wänden der Galerie auf Handhöhe entlang und verbindet jedes Werk mit dem nächsten: Blinde Besucher brauchen keine Begleitung, um den Faden des Rundgangs zu halten. Neben jedem Stück sitzt ein gedrucktes Schild mit NaviLens-Code neben einem kleinen Backup-QR.
Wer das Smartphone aus mehreren Schritten Entfernung darauf richtet, hört die App Titel, Urheberschaft und Beschreibung des Werks vorlesen. Die ausdrückliche Einladung zum Berühren macht den Saal zu einem multisensorischen Besuch – nicht zu einer separaten Führung für Blinde abseits des restlichen Publikums.
§ Rundgang
Von Ikarus zu den Kupferblättern – ohne das Seil loszulassen.
Hauptstück · Mischtechnik
«Ikarus» mit Federflügeln
Das größte Stück des Saals — ein Ikarus mit echten gefiederten Flügeln auf orangefarbenem Sonnenhintergrund — trägt sein NaviLens-Schild daneben, außerhalb des Bildes. Wer es nicht sieht, hört es; wer es sieht, kann es auch hören, während er schaut.
Begleiteter Besuch · Berühren und Hören
Hände am Werk
In Over Sight ist Berühren erlaubt. Während die Hand die Textur entdeckt, liest die App das Schild vor: Die Information erreicht das Ohr zur gleichen Zeit, in der die Form den Tastsinn erreicht.
Textilskulptur · Holzrahmen
Weiße Figur mit Rosen
Das Seil reicht genau bis zum Fuß des Rahmens: Besucher mit Blindenstock wissen, dass sie ein neues Stück gefunden haben, ohne die Wand abtasten zu müssen. Der Code sitzt immer rechts vom Bild.
Führungsseil · Raumverbindung
Der Hanffaden zwischen den Werken
Das Seil zickzackt zwischen den Werken auf und ab und passiert jedes Schild. Es ist gleichzeitig Route, taktiler Index und visuelle Führung: Was in anderen Museen ein Bodenleitstreifen leistet, leistet hier ein Seil.
Porträt · Materie und Moos
NaviLens-Schild neben dem Werk
Das Gemälde hat Volumen, Fäden und Moos: Die gesprochene Lesung ersetzt das Werk nicht, sie stellt es vor. Die Beschreibung erzählt, was die Hand auf der Oberfläche bereits erkennt.
Textil · Treibholz
Landschaft mit Schafen
Eine auf Stoff gemalte Landschaft, gerahmt mit an der Sussex-Küste gesammelten Stöcken: Das NaviLens-Schild erzählt Geschichte und Herkunft der Materialien – zwei Dinge, die das Bild allein nicht liefert.
Keramik & Mosaik · Auf Sockel
«Head Pot with Leaves» — Emma Harding
Auch die Keramik trägt ihren Code am Sockel: Der Besucher kann das Gefäß berühren und im selben Moment das Schild hören. Jeder Kollektivkünstler wird namentlich genannt, wie in jeder anderen Ausstellung.
Installation · Naturblätter
Seil als Rahmen
Bei Werken ohne festen Rahmen zeichnet das Seil einen abgestuften Umriss, der das Stück mit dem Tastsinn rahmt. Die Code-Schilder sitzen an den Ecken – genau dort, wo die Hand die Richtung wechselt.
Echter Besuch · Blindenstöcke
Nutzerinnen und Künstler gemeinsam
Die zum Rundgang eingeladenen Blindenstocknutzerinnen posieren mit Künstlern des Kollektivs: Over Sight ist kein simulierter Saal, sondern eine echte, öffentlich zugängliche Ausstellung in einem Bahnhof, validiert von ihren Endnutzerinnen.
Die Galerie nutzt das alte Fahrkartengebäude von St Leonards Warrior Square (TN37 6BS), betrieben von Zoom Arts als Gemeinschaftsraum in Vereinbarung mit dem Bahnbetreiber. Das Publikum kommt herein, um ein Ticket zu kaufen, schaut und geht wieder; in Over Sight kann es zusätzlich berühren und hören.
§ Was sie sagten
“Zoom Arts is a Hastings based Arts Group who collectively exhibit their work in local venues. By providing spaces in busy, vibrant locations for members to exhibit their own work, the group enables the member artist to benefit experientially whilst presenting an informal, approachable gateway for members of the public to access and engage with the visual arts.”
“Zoom Arts continues to make best use of its gallery space at St Leonards Warrior Square station with an exhibition featuring water-colour paintings, photography, glass objects and mixed media. Two new shows provide more momentum to the revival of the visual arts in Hastings.”
“Zoom Arts Gallery, Warrior Square Station, St Leonards on Sea — an exciting and eclectic mix of work by Zoom members, unthemed, with photography, mixed media art and sculpture, in a space conceived as an informal gateway for the public to engage with the visual arts.”
§ Und Ihr Reiseziel?
Auch Ihr Reiseziel kann in 42 Sprachen führen.
Erzählen Sie uns von Ihren Routen, Büros, Denkmälern oder Sälen. Wir zeigen Ihnen, wie NaviLens Ihr Angebot zugänglich machen würde —mit vergleichbaren Fällen.


