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    Fallstudie · Sant Miquel del Fai · Bigues i Riells del Fai · Barcelona

    Das Führungsseil reicht bis zum Aussichtspunkt. Die Landschaft beginnt, wo die Hand aufhört.

    Wie die Diputació de Barcelona die 750 Meter Rundweg von Sant Miquel del Fai in einen hörbaren Weg verwandelt: 17 NaviLens-Codes an der Rossinyol-Brücke, am Pas de la Foradada, am befestigten Tor und an den Felswänden – mit Audiodeskriptionen, die seit August 2026 auch Englisch sprechen.

    Ein Besucher mit gelbem Labrador-Blindenführhund und weißem Langstock vor einer Informationstafel auf Holzpfosten mit ihrem NaviLens-Code, unter dem befestigten Tor von Sant Miquel del Fai; dahinter der gepflasterte Hof und weitere Besucherinnen und Besucher

    17 Codes

    An den markanten Punkten des Rundwegs

    750 m

    Ausgeschilderter Natur- und Kulturweg

    14 Punkte

    Stationen mit Audioguide und Audiodeskription

    1. Pilotprojekt

    Das erste NaviLens-Projekt im Netz der Naturparks

    Der Kunde

    Diputació de Barcelona Sant Miquel del Fai · Naturraum Cingles de Bertí

    Sant Miquel del Fai ist ein Denkmalensemble, eingeklemmt in eine Schlucht im Vallès Oriental, in Bigues i Riells del Fai, wo das Wasser des Tenes und des Rossinyol Halbhöhlen, Wasserfälle und Felsbänder unter den Felswänden von Bertí ausgewaschen hat. Sein Priorat geht auf eine Schenkung des Jahres 997 zurück, und die Kirche Sant Miquel steckt buchstäblich im Fels: Sie ist die einzige Kataloniens, die vollständig in einer Halbhöhle errichtet und unversehrt erhalten ist. Um sie herum ordnen sich die Casa Prioral, das befestigte Tor und zwei Aussichtspunkte über dem Tal.

    Die Diputació de Barcelona kaufte die 70 Hektar des Anwesens 2017 und gab das Ensemble im April 2023 nach mehr als fünf Jahren Bauarbeiten an die Öffentlichkeit zurück. Der Besuch ist kostenlos, mit Voranmeldung und begrenzter Personenzahl, entlang eines ausgeschilderten Rundwegs von rund 750 Metern; hinein dürfen nur Blindenführ- und Assistenzhunde. Im Oktober 2025 wurde dieser Weg zum ersten NaviLens-Pilotprojekt im Netz der Naturparks.

    Die Herausforderung

    Ein Weg zum Ertasten – und eine Landschaft, die das nicht ist.

    1. 01

      Braille endet, wo der Arm endet

      Die Tafeln von Sant Miquel del Fai tragen Brailleschrift und Reliefbilder, und Seile und Handläufe führen von einem Punkt zum nächsten. Zu erklären ist hier aber eine Schlucht: die Halbhöhle über der Kirche, der Wasserfall, der Blick über das Tenes-Tal. Nichts davon passt unter eine Hand.

    2. 02

      Bevor man die Tafel liest, muss man sie finden

      Eine Brailletafel nützt nur, wenn man weiß, dass es sie gibt, und wo sie steht. Im Freien, zwischen Fels, Wasser und Gefälle, ist das Ertasten schon der halbe Besuch – und auf 750 Metern muss man das vierzehnmal wiederholen.

    3. 03

      Zwei Sprachen für einen Ort, der Gäste von weit her empfängt

      Audioguides und Audiodeskriptionen starteten auf Katalanisch und Spanisch. Sant Miquel del Fai liegt weniger als eine Stunde von Barcelona entfernt und empfängt internationale Gäste: Englisch fehlte, und einen gedruckten Träger zu erweitern heißt, ihn neu zu machen.

    Ein Besucher liest mit der Hand die Tafel „Pas de la Foradada“ in Sant Miquel del Fai: auf Holzpfosten die Karte mit dem Reliefbild, der Block „Info“ und der NaviLens-Code aus farbigen Quadraten, montiert an der Felswand neben dem Metallhandlauf

    Die Lösung

    Siebzehn Codes, verteilt über eine Schlucht.

    Die 17 Codes verteilen sich über die markanten Punkte des Natur- und Kulturwegs: die beiden Tafeln der Aussichtspunkte, die Rossinyol-Brücke, den Pas de la Foradada, das befestigte Tor, die Casa Prioral, die Felswände und Halbhöhlen, die Kirche Sant Miquel, den Rossinyol-Wasserfall, die Plaça del Repòs, den Llac de les Monges, den Wasserfall des Tenes und das alte Zugangstor.

    Jeder Code trägt zwei verschiedene Dinge. Den Audioguide: die Erklärung, die eine Mitarbeiterin vor Ort geben würde. Und die Audiodeskription: die Schilderung dessen, was sich nur mit den Augen erfassen lässt – genau das, was Braille und Handlauf nicht übergeben können.

    Man richtet das Handy ohne Scharfstellen darauf – NaviLens wird aus mehreren Metern, in Bewegung und in Winkeln bis 160° erkannt – und hört es. Die Apps NaviLens und NaviLens GO sind kostenlos und lesen die Codes in 42 Sprachen; hier ist der Weg auf Katalanisch, Spanisch und Englisch vertont, und NaviLens GO ergänzt Fotogalerien und interaktive Besuchskarten.

    Vor Ort

    Eröffnet haben ihn die, die ihn nicht sehen.

    Die Eröffnung war keine Schreibtischdemo: Die Codes wurden vor Ort abgegangen, gemeinsam mit der ONCE, dem katalanischen Verband der Blindenführhundhalterinnen und -halter und der Associació Discapacitat Visual Catalunya B1+B2+B3. In Sant Miquel del Fai dürfen nur Blindenführ- und Assistenzhunde hinein, der Test lief also genau so ab wie der Besuch.

    Und es wurde nichts weggenommen. Der Code sitzt auf derselben Tafel, die schon Braille und Reliefbild trug, neben dem Führungsseil und über den Bodenindikatoren. Wer mit den Händen liest, liest weiter mit den Händen; wer das nicht tut, bekommt dieselbe Information jetzt ins Ohr, ohne suchen zu müssen, wo sie sich ablegen lässt.

    Eine Besucherin mit weißem Langstock und Handy in der Hand vor der Tafel „Rossinyol“ auf Holzpfosten mit ihrem NaviLens-Code, auf dem gepflasterten Weg der Rossinyol-Brücke in Sant Miquel del Fai; am Boden ein Streifen Bodenindikatoren

    Zeitleiste

    Vom Braille auf der Tafel zum Weg, den man hört.

    1. 2017

      Die Diputació kauft das Anwesen

      Die Diputació de Barcelona erwirbt die 70 Hektar von Sant Miquel del Fai, um sie als öffentlich zugänglichen Ort mit freiem Zutritt zurückzugewinnen. Das Ensemble schließt für die Bauarbeiten.

    2. Apr. 2023

      Sant Miquel del Fai öffnet wieder

      Das Ensemble öffnet nach mehr als fünf Jahren Bauarbeiten erneut – kostenlos, mit Voranmeldung und begrenzter Personenzahl, entlang eines ausgeschilderten Rundwegs von rund 750 Metern.

    3. Mai 2023

      Braille, Relief und Führungshandlauf

      Alle Tafeln des Rundwegs lassen sich in Braille lesen und tragen ihr Foto als Relief, und ein Handlauf begleitet ab der Zugangsrampe. Die Besichtigung wird zudem mit Piktogrammen, in Leichter Sprache und über QR-Codes mit Gebärdensprachvideos angeboten. Die Information reichte so weit, wie die Hand reichte.

    4. 13. Okt. 2025

      17 NaviLens-Codes

      Das erste NaviLens-Pilotprojekt der Diputació de Barcelona. Eröffnet mit der ONCE, dem katalanischen Verband der Blindenführhundhalterinnen und -halter und der Associació Discapacitat Visual Catalunya B1+B2+B3, mit Audioguides und Audiodeskriptionen auf Katalanisch und Spanisch. Mit den Codes kommen auch Bodenindikatoren und tastbare Markierungen an den Handläufen, durchgehend entlang des Wegs.

    5. 27. Aug. 2026

      Der Weg spricht auch Englisch

      Die Audioguides und Audiodeskriptionen der 14 Stationen erscheinen auf Englisch – auf der Website und in den NaviLens-Codes vor Ort.

    6. Nächster Schritt

      Das Pilotprojekt im Netz wiederholen

      Erklärtes Ziel der Diputació ist es, das Modell auf die übrigen Parks im Netz der Naturparks zu übertragen.

    Ergebnisse

    Ein Denkmalensemble, das sich selbst erklärt.

    17 Codes

    Halbhöhle, Wasserfall und Panorama – laut erzählt

    3 Sprachen

    Katalanisch, Spanisch und Englisch in Audioguides und Audiodeskriptionen

    0,03 s

    Erkennungszeit · bis zu 12× die Reichweite eines QR-Codes

    Und Ihr Reiseziel?

    Auch Ihr Reiseziel kann in 42 Sprachen führen.

    Erzählen Sie uns von Ihren Routen, Büros, Denkmälern oder Sälen. Wir zeigen Ihnen, wie NaviLens Ihr Angebot zugänglich machen würde – mit vergleichbaren Fällen.